Dec 11, 2008

Das Pferd ist tot und andere Vorweihnachtsgeschichten

Veröffentlicht von daniel @ 9:45:52 | Allgemeines,Datenschutz,Internet,Onlineüberwachung

Nur ein toter Trojaner... Das deutsche Volk trauerte. Und wieder sind die Sachsen schuld. Pünktlich zum Volkstrauertag kam aus Dresden der eigentliche Grund für Halbmast: Auch weiterhin dürfen wir alle Terroristen gewissenlos ihre verfassungsmäßigen Rechte in Anspruch nehmen. Keine schwarz-rot-goldenen Pferde in system32. Keine Vorladungen á la "Laut des Netzbetreibers Ihres Misstrauens, waren Sie am 23.05. um 23:42 in der Nähe der Kaiserstraße...". Und auch weiterhin darf der Doktor nichts über die Hämorrhoiden von Ahmed verraten. Wir finden: schlimm! Und dann auch noch das: BKA-Chef Ziercke stellt Terrorabwehrmaßnahmen in Frage, da sie eh alle sinnlos seien. Sinnlos deshalb, weil die richtig harten Jungs über das so genannte Internet telefonieren. Und das lässt sich ach so schlecht abhören. Ohne einen zentralen Anbieter wäre eine Überwachung der Internettelefonie sehr aufwendig. Nachtigall, ick hör dir trapsen: zentraler Anbieter. Nach dem Motto: Wenn sich Opel verstaatlichen lässt, klappt das mit der Bundespost auch wieder. Mal sehen, wann denn dieser Vorschlag in den Bundestag eingebracht wird. Aber dann ruhen unsere Hoffnungen wieder auf unserem neuen Lieblingswort: Bundesratsabstimmungsenthaltung!

Oct 08, 2008

Nu ei, willkommen im Gabitalismus!

Veröffentlicht von daniel @ 12:52:31 | Datenschutz, Allgemeines

Die Sachsen verkaufen nicht nur den Blick auf die Altstadt Die Sachsen zeigen wieder einmal ein geschicktes Händchen beim Auspüren neuer Geldquellen. Der sächsische Städte- und Gemeindetag zeigt, dass es möglich ist, im Kerngeschäft der Deutschen Telekom noch Geld zu machen. Warum? Während die Telekom verklagt und gerügt wird, wenn Sie ihre Daten verkauft verliert, werden die sächsischen Meldedaten einfach vollkommen legal verschachert und sogar als feste Einnahmen in den Haushalt eingeplant (heise online). Das sind 300.000-500.000 Euro in den nächsten Jahren allein für die Stadt Dresden. Davon ließen sich ungefähr vier Datenschutzbeauftragte bezahlen (Besoldungsgruppe B9). Aber wenn's Vater Staat macht, dann wissen wir wenigstens, dass die Daten aus guten Händen kommen und auch ja integer sind, nicht so zwielichtige Sachen wie Telekom oder Skype. Alles in allem aber ein Grund mehr, der Weitergabe seiner Daten zu widersprechen (aziel.de 21.09.2008).

Sep 21, 2008

Widerspruch ist nicht (völlig) zwecklos

Veröffentlicht von mick @ 12:53:47 | Allgemeines

Wilderraetsel

Oma Heidi wird 98,4 Jahre! Hintertupfing gratuliert seiner ältesten Einwohnerin! Das tun wir zwar auch, aber woher weiß die Zeitung eigentlich wie alt diese Frau ist? Es soll ja Mitbürgerinnen geben, denen eine solche Annonce unangenehm ist.

Schon einmal einen NPD-Mitgliedsantrag per Post bekommen? Wenn nicht leben Sie entweder nicht in Mecklenburg-Vorpommern oder sind für die Partei demographisch uninteressant. Auch hier gibt es Gerüchten zufolge noch einige Deutsche Staatsbürger, die sich nicht DOITSCH genug fühlen und denen eine solche Aufforderung peinlich ist. Also woher hat die Partei die Adressen?

Schonmal ungefragt von einem Adressbuchverlag in ein Verzeichnis aufgenommen worden? Woher hat der diese Information und woher weiß die katholische Kirche, dass mein Mann ein Heide ist (natürlich o.B.d.A)?

In allen Fällen eine Antwort; die entsprechenden Meldebehörden sind wie Telefonbücher und Suchmaschinen, nur eben für reale Personen. Die Abfrageschnittstelle ist ein wenig komplexer, aber im Prinzip funktioniert es genau so. Ein weiterer fundamentaler Unterschied zum Telefonbuch existiert, Sie müssen einer Veröffentlichung explizit schriftlich widersprechen und dabei die Paragraphen der entsprechenden Landes- und(!) Bundesgesetze zitieren. Nicht gewusst? Zumindest in M-V muss man darauf doch bei der Behördenanmeldung hingewiesen werden (Meldegesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern §36). Achso, ein Kind der DDR? Wohl der jährlichen öffentlichen Bekanntmachung der Meldebehörden keine Beachtung geschenkt? Eigene Schuld!

Anstatt also härtere Sanktionen gegen Datenhändler zu fordern, sollten unsere Politiker sensibler mit den Daten umgehen, die wir gezwungen werden, ihnen zu melden. Auf der anderen Seite sollten Sie schleunigst der Verwendung ihrer Daten bei der Behörde Ihres Misstrauens schriftlich widersprechen! In Mecklenburg-Vorpommern lautet die magische Zeile dafür "Widerspruch nach §§32 Abs. 2, 35 Abs. 1 bis 3, § 34a Abs. 2 Satz 6 Meldegesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern und §21 Abs. 1a MRRG", in Thüringen hingegen "Widerspruch nach §§30 Abs. 2, 33 Abs. 4 ThürMeldG und §21 Abs. 1a MRRG" (einzureichen jeweils in einem formlosen Antrag beim Einwohnermeldeamt!) und in anderen Ländern sind Sie Dank Förderalismus auf sich gestellt.

Denken Sie aber ja nicht, Ihre Daten wären nun völlig sicher. Es gibt eine Vielzahl von Auskunftsarten bei den Meldebehörden und nur einigen wenigen kann widersprochen werden. Weiterführend kann vorallem das MRRG "empfohlen" werden.

Sep 03, 2008

Keine Solche Behörde

Veröffentlicht von daniel @ 9:18:33 | Allgemeines

Agent W im Dienst

Seit dem Daten-GAU bei der Bundeswehr (spiegel) ist klar: Deutschland braucht eine zentrale Datensicherungsstelle. Die System der Einzelbehörden ist auch zu ineffizient, um selbst simpelste Aufgaben zu übernehmen. Der "Sauerland"-Gruppe gingen beispielsweise einige E-Mails verloren, da sie versehentlich verschlüsselt wurden (Grandioser Artikel:FAZ). Ganz klar, eine richtige Agency (Kleine Behörde, aber großes Bild), also Behörde, muss her (Sonnenbrillen, dunkle Mäntel, Blitzdinges, das ganze Programm). Damit Ihr Backup in guten Händen ist, falls mal wieder Daten verloren gehen sollten. Bei zurzeit 38 Sicherheitsbehörden, muss man ganz schön hinterher telefonieren, bis man wieder alles zusammen hat. Lieber einen für alles und Alles bei einem! Nur zwei kleinere Kritikpunkte fallen bei obeflächlicher Betrachtung von Wolfgangs neuem Spielzeug auf:

Leider scheinen unsere Innenpolitiker (trotz umfassender Erfahrungen) noch nicht einmal eine Überwachungseinrichtung richtig planen zu können. Haben sie sich schon mal überlegt wie "MACHEN SIE DIE TÜR AUF! CCTKÜ!" klingt? Bundesstelle für Fernmeldestatistik klingt da schon besser.

Auch über den personellen Bedarf scheinen sich unsere Politiker nicht im klaren zu sein. Die Bundesregierung plant immerhin 33 Stellen (Antwort der Bundesregierung). Abzüglich Direktor, Hausmeister und Putzfrau macht das immerhin schätzungsweise je einen Beamten für jedes mögliche Kommunikationsmedium, welches ein Terrorist benutzen könnte.

Weitere Links:
* Golem
* Computerwoche
* heise

Aug 27, 2008

Trotz Sommerloches: Schaukämpfe in der Presse

Veröffentlicht von daniel @ 17:01:00 | Allgemeines,Datenschutz

Wolle Date kaufe? 'Tschuldigung! Unser Fehler! Wie uns erst jetzt klar wurde, haben wir monatelang die falschen Schnüffler beschimpft und verunglimpft, darum eine Richtigstellung an prominenter Stelle. Glaubten wir bisher, die staatlichen Institutionen würden unsere Daten horten, um uns zu überwachen, so wissen wir jetzt: Nicht überwachen, beschützen! Frei nach dem Motto: Wenn Wolfgang auf den Daten sitzt, kann Sie kein anderer bekommen.

Aber dafür ist es nun eigentlich zu spät; gibt es eigentlich eine Firma, die noch keine CDs, Laptops oder einfach "Kundendaten" verkauft verloren hat? Ob nun zehn oder 30 Millionen sei dahin gestellt. Das Informationen grundsätzlich einen anderen Typus Gut als Autos darstellen, scheint bei der Diskussion den Wenigsten bewusst zu sein. Man kann Informationen nicht beschlagnahmen oder zurückfordern. Die bundeseinheitliche Steuernummer oder ein Fingerabdruck im Pass machen das Problem nicht besser. Das Datenpannen auch in anderen europäischen Staaten passieren lehrt uns ein Blick auf die Britischen Inseln (die können gleich alles ans schwarze Brett hängen) und auch die Vertraulichkeit in deutschen Meldeämtern lässt bekanntermaßen zu wünschen übrig.

Aber schlimmer geht's immer, dass weiß sogar der Wolfgang, wenn er mit Bewunderung Skepsis nach Osten schaut.

Mar 24, 2008

Zentrale Datenbanken erhöhen die nationale Sicherheit

Veröffentlicht von mick @ 16:04:51 | Ausweise

Meinst du es ist ein Terrorist, Kumpel? Vom großen Bruder lernen, heißt siegen lernen; auch oder gerade in Bezug auf die internationale Terrorabwehr. Unser Gleichstellungsminister, ähhh Gleichschaltungsminister, fordert ja schon lange eine zentrale Datei für alle Einwohnermeldeämter. Was dies für Vorteile hat, kann man nun in den USA beobachten. Ein paar freundliche Beamte haben die Präsidentschaftskandidaten ganz selbstständig und selbstverständlich auf Terror untersucht. Für diesen Dienst am Vaterland wurden sie entlassen oder suspendiert.
Was lernen wir daraus? Zum einen helfen zentrale Datenbanken Terror zu erkennen und zum anderen müssen die Beamten bei Anfragen an ein deutsches Pendant besser gegen Überwachung geschützt werden!
Und was lernen wir jetzt wirklich daraus? Nicht viel. Terror wurde nicht gefunden und nur Ketzer würden schlussfolgern, dass zentral gespeicherte Daten auch zu nicht authorisierten Anfragen genutzt würden.

Feb 17, 2008

Warum wir eine heimliche Online-Durchsuchung brauchen und andere Merkwürdigkeiten

Veröffentlicht von mick @ 17:15:14 | Allgemeines

Was tun wenn's brennt?

Die Forderung nach heimlichen Online Durchsuchungen werden zwar immer wieder von Rollstuhlfahrern bekräftigt, und auch in Landesgetzen umgesetzt. Dummerweise geben die Gegner nicht Ruhe und am 27. Februar muss nun das Bundesverfassunggericht entscheiden.

Dabei hätten heimliche Durchsuchungen der LGT Bank dem Steuerzahler wohl 4,2 Millionen Euro gespart. Oder etwa doch nicht? Der Auslandsgeheimdienst BND besitzt nämlich bereits heute solche Befugnisse und die Entscheidung den Informanten auszuzahlen, scheint die technische Realisierbarkeit in Frage zustellen.

Aber neben technischen Fragen, gibt es weitere offene Punkte. An dieser Stelle scheint Deutschland auf eine Zweiklassengesellschaft zuzusteuern. Während Raubkopierern bei Gefahr im Verzug per Knopfdruck die Platte lehrgeräumt wird, werden Steuerhinterzieher der Extraklasse einige Tage vorher gewarnt. Oder glaubt das BKA wirklich, dass Kunden der LGT in Deutschland am Wochenende die Kamine auslassen?

Nov 20, 2007

War is Peace...

Veröffentlicht von daniel @ 8:29:16 | Onlineüberwachung,Datenschutz

...und den 3 Gesetzen der Partei muss direkt noch ein viertes angehangen werden: Überwachung ist Datenschutz. So oder so ähnlich muss sich ein Leser dieser Antworten zum Thema Bundestrojaner fühen. heise titelt auch dementsprechend "Bundestrojaner gefährdet Datenschutz nicht". Wer sich die "Antworten" einmal in Detail anschaut, wird heut Abend mit dem unguten Gefühl ins Bett gehen, dass die, die uns regieren nicht mal ansatzweise Ahnung von der technischen Materie des ganzen Themas haben. So wird beispielsweise "das Risiko einer Entdeckung der Software ... minimiert". Aha. Weiter geht's im nächsten Satz: "Sollte die Software dennoch entdeckt werden, wird sie vom Zielsystem entfernt". Wie darf ich mir denn das jetzt vorstellen? Sondereinsatzdeinstallationstruppen? Aber das ganze wird zum Glück alles sehr transparent gehalten: Wenn ich dann nach(!) Abschluss der Ermittlungen über die Überwachung informiert wurde, darf ich dagegen Einspruch einlegen. Denn nachher ist vorher und geheim ist öffentlich! Aber Unsinn bleibt Unsinn!

Nov 09, 2007

Remember, Remember

Veröffentlicht von mick @ 21:10:39 | Datenschutz

Remember, Remember Remember, Remember the ninth of November. Eine ähnliche Parole erinnert an den Versuch der Sprengung des englischen Parlamentsgebäudes im Jahr 1605. Mag eine solche Parole auch an den heutigen gedenken. Vor exakt 18 Jahren sagte ein gewisser Herr Schabowski: "Ab sofort, unverzüglich!" und besiegelte den Zerfall eines Staates. Ein Staat in dem Politiker sich hauptsächlich vor ihrem Volk fürchteten.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass heute Politiker den Bau eines Denkmals beschlossen haben, das dieser Revolution gedenken soll und im gleichen Atemzug ihr eigenes Misstrauen zu Papier bringen. Mit der verabschiedeten Vorratsdatenspeicherung wird JEDER Bundesbürger pauschal verdächtigt. Er könnte ja eine Straftat begehen....

Siegfried Kauder: "Wir wollen keinen gläsernen Menschen, wir wollen einen gläsernen Verbrecher" - Denken CDU Parlamentarier auch mal nach bevor sie reden? Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen schwarz und weiß. Es werden einfach alle überwacht.

Mit der heutigen Verabschiedung reichen unter Anderem sieben Ilmenauer Telematiker eine Verfassungbeschwerde ein. Sieben, die es wissen sollten. Aber nur sechs von mehr als 7.000 Menschen, die Demokratie verstanden haben. Eine Einstellung für die man sich schonmal mit Hitler vergleichen lassen muss. Einen Erfolg wird das Ganze aber wahrscheinlich nicht haben. Zur Not wird Herr Schäuble einfach das Grundgesetz ändern lassen. Die notwendigen zwei Drittel des Bundestages sind wohl eher ein kleines Problem.

Auf Wiedersehen Freiheit - es war schön mit dir!

Aug 31, 2007

Schau mal weg, Justitia!

Veröffentlicht von daniel @ 8:22:04 | Onlineüberwachung

Schau mal weg, Justitia! Trotz Umzugsstresses, ist mein Blick heute morgen durch diverse Online-Gazetten geschweift und was ich da so sah, lässt das Kistenschleppen erstmal vergessen. Unser Lieblingsinnenminister hat neue Pläne für sein Lieblingsspielzeug. Demnach soll die richterliche Anordnung für die geplante Onlinedurchsuchung nicht mehr von Nöten sein (also so, wie auch bisher praktiziert!). Natürlich nur vorübergehend. Nebenbei werden auch unverdächtige Personen durchsucht und auch der Personenkreis der potentiell Überwachten soll erweiter werden. Kontakt- und Begleitpersonen von Verdächtigen sind nämlich genauso überwachungswürdig. Aha. Und Kontaktpersonen von Kontaktpersonen? Oder Begleitpersonen von Kontaktpersonen? Oder...? Der gute alte Milgram hilft dem Wolfgang....

Aug 28, 2007

Liebesgrüße aus Peking

Veröffentlicht von ulf @ 6:54:51 | Internet

From China with Love So richtig lustig findet das unsere Bundesregierung bestimmt nicht, dass im Mai diesen Jahres auf einigen Rechnern des Kanzleramts, Wirtschafts-, Forschungs- und des Außenministeriums sich eine Reihe von Trojanern aus China breitgemacht hatten. Während der direkte Spionageverdacht gegen China aber zur Empörung in der chinesischen Botschaft in Berlin geführt hat, versuchte es unsere Bundeskanzlerin direkt bei Herrn Wen Jiabao, welcher sich gewillt zeigte, Deutschland vor weiteren Angriffen zu schützen.

Leider schien das Innenministerium verschont geblieben zu sein. Dabei hätte dieses ungute Gefühl, dass da jemand all die privaten Daten mitgelesen haben könnte, doch den einen oder anderen ins Grübeln über Vorhaben, wie den Bundestrojaner gebracht. Denn scheinbar reihen sich unsere Ministerien ja nicht in die Lemming-artige Naivität der Deutschen ein, welche ja alle nichts zu verbergen haben. Und wer weiß vielleicht dienen die chinesischen Trojaner auch nur der internationalen Verbrechensbekämpfung?

Naja, da unsere Bundesregierung mit Einführung des §202c Anfang August alle Spielwiesen für junge Nachwuchs-Sicherheitsexperten in Deutschland geschlossen hat, sollte sie sich schon mal an solche Zustände gewöhnen...

Aug 12, 2007

Wetten?

Veröffentlicht von daniel @ 12:50:05 | Allgemeines

In der morgen erscheinenden Ausgabe des Focus wird berichtet, dass der Cottbusser Oberstaatsanwalt die Onlinedurchsuchungen befürwortet und fordert. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme begründet er mit Totschlagargument Nummer 1, gegen das natürlich hier niemand etwas sagt. Allerdings habe ich schon im Januar dazu aufgerufen, sich auch bei den Tabuthemen (Nazis und Kinderpornographie) eine kritische Betrachtung zu erlauben. Nebenbei möchte ich eine Wette ausrufen. Ich wette, dass in weniger als einem Jahr die Liste der Verbrechen, die eine Online-Durchsuchung "erfordern", auf weitere, bisher nicht in Betracht gezogene ausgeweitet wird. Was bei der Mautverkehrsüberwachung geklappt hat, wird hier auch ohne Probleme wiederholt werden. aziel.de wünscht noch einen schönen sorgenfreien Sonntag.

Aug 06, 2007

Sommerloch-Presseschau

Veröffentlicht von daniel @ 22:39:35 | Allgemeines,Datenschutz,Videoüberwachung

Nach einer längeren Sommerpause, hier ein kleiner Rundblick durch den Blätterwald.

Die Netzzeitung veröffentlicht einen Kommentar mit dem Titel "Ein Tag im Leben des gläsernen Bürgers". Dort wird aufgezeigt, wie auch Bürger ohne große konspirative oder terroristische Gesinnung im täglichen Leben überwacht werden.
(1)

Wir haben es ja schon immer gewusst: Die Jugend von heute ist nicht mehr das, was sie mal war (wer hätte es gedacht?). Und gegen den ausufernden Ungehorsam hilft natürlich nur eins: Überwachen! So berichten der Südkurier und golem, dass ein Schulleiter seine Schule videoüberwachen und Tchibo die Kinder misstrauischer Eltern aufspüren will. Beim Kaffeeverkäufer gibt es nämlich ein so genanntes Kidnerhandy im knuffigen Design. Das Gerät lässt sich per GPS orten und kann Alarm-SMS versenden, wenn der Verdächtige (Kind) einen bestimmten, ihm erlaubten Bereich verlässt. Wir meinen: Die Omas im Dorf waren früher mindestens genauso effektiv!
(2) (3)

Die Gesellschaft für Informatik hat ein Memorandum veröffentlicht, in dem sie vor der ausufernden Überwachung durch Staat und Unternehmen warnt. Es enthält einige grundlegende Forderungen zur Überwachung. Überwachung wird nicht grundsätzlich verneint, sollte aber, so die GI, in geordneten und wohl überlegten Bahnen bewegen.
(4)

Und zu guter Letzt sei noch auf ein Artikel von telepolis mit dem Titel "Sommertheater um Online-Überwachung" hingewiesen. Er erläutert all das taktische und politische Geplänkel um die "umstrittene" Maßnahme. Dabei geht es um Fraktionszwänge, Wahlkämpfe und im großen und ganzen natürlich um den bedrohten inneren Frieden
(5)

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